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Habed
Copyright © 2002 bei Peter Klink bubblewatcher.deEtwas südwestlich, des heutigen Hafens Fynshav, nahm am 14.10.1929 seine Reise ein jähes und sehr schnelles Ende. Im Unterwasserschiffsbereich muß eine Planke abgesprungen sein, jedenfalls ist dieses die offizielle Erklärung, der der Bootsführer auf der später durchgeführten Untersuchung abgab. Da der Håbed im Jahre 1887 auf der Schiffswerft von H. Hermansen in Marstal, auf Ærø, aus Holz gebaut wurde, hatte er im Jahre 1929 ein Alter von fast 42 Jahren erreicht. Bei Holzschiffen in diesem Alter ist ein Abspringen von Planken des Rumpfes nichts ungewöhnliches.
Das Wrack heute
Sein nasses Grab fand der "Håbed" in einer Tiefe von rund 34 m im südlichen kleinen Belt. Auf dem Echolot erscheint nur ein kleines Echo, denn die höchste Stelle des Wracks ragt nur ca. 3m über seine Umgebung hinaus. Der Hafen von Fynshav peilt in rw. 290° in einer Entfernung von 3 nm, als zweite Peilung liegt der Hafen von Mommark in rw 193° und 2,52 nm Entfernung.
Das Wrack ist nicht besonders groß. Bei einem umbauten Raum von ca. 79 BRT und einer Breite von ca. 5,50 m wird es wahrscheinlich zwischen 20 und 25m lang gewesen sein.
Der Bug des Wracks fehlt völlig, kurz vor der vorderen Laderaumkante ist er abgebrochen. Man kann die Bruchkante sehr gut erkennen.
Von der Ladung oder seiner Fracht, ist leider nichts mehr zu entdecken. Der Kalk hat sich vollständig im Wasser aufgelöst. Heute ist der Laderaum zur Hälfte mit Sand vom Meeresgrund gefüllt. Hinten auf dem Achterschiff findet man noch die Reste des Ruderhauses. Sie sind teilweise noch 0,5 m hoch. Auf Bb-Seite des Achterschiffes findet man noch einen sehr kleinen Niedergang, der wahrscheinlich zum Maschinenraum führte. Der "Håbed" wurde wahrscheinlich durch eine Hubkolbenmaschine angetrieben, was seine Schiffschraube, die noch, nach fast 73 Jahren, an ihrem Platz war, bewieß. Mit Erschrecken mußten wir bei unseren letzten Tauchgängen feststellen, daß der Propeller vom Wrack gewaltsam von rücksichtslosen und egoistischen Tauchern entfernt worden ist. Es sind keine Holzmasten oder sonstige Einrichtungen zuentdecken, die darauf schließen lassen, daß er zuletzt als Segelschiff unterwegs war. Das Ruder fehlt vollständig. Auf unseren Tauchgängen entdecken wir Teile eines aus Porzellan hergestellten Geschirrs. Weiterhin konnten wir ein altes Steuerrad aus Holz, und noch ein weiteres Handrad aus Eisen bewundern. Leider sind diese Teile im letzten Jahr diebischen Wracktauchern zu Opfer gefallen, die leider nicht an die Nachwelt bzw. an die folgenden Taucher gedacht haben, die sich vielleicht auch an den Anblick dieser Objekte erfreut hätten. Der Bewuchs an diesem Wrack ist ostseetypisch und als üppig zubezeichnen.