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Raeumboot R 222

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Schon am 21.02.1944, um die Mittagszeit, wurde das Boot, welches auf den Weg nach Kappeln war, durch einen Minentreffer, kurz vor Schleimünde so schwer beschädigt, das es innerhalb sehr kurzer Zeit verloren ging.
Nach unseren Informationen kamen durch diesen Minentreffer 13 Mann der Besatzung direkt ums Leben, weitere 6 starben an Unterkühlung in der kalten Ostsee, der Rest konnte sich mit Hilfe der Rettungsmittel an Land retten. Geplant und konstruiert war R 222 als Minenräumer. Es konnte aber auch zum Minen legen eingesetzt werden. Die Kapazität war allerdings hierbei auf 12 Ankertau-/ Grundminen begrenzt.
Es war in einer besonder Bauweise, die eine möglichst hohe Festigkeit ergeben sollte, gebaut. Die Quer- und Längsspanten waren aus Stahl und aus Aluminium gebaut. Die Beplankung bestand aus Mahagoni.
Das Holz wurde in einer Doppeldiagonalkraweel Beplankung auf die Quer- und Längsspanten aufgebracht.
Diese Bauweise ergab eine zur damaligen Zeit relativ hohe Festigkeit, die es dem Boot ermöglichte, auch Minendetonationen in der Nähe des Bootes zu überstehen.
Sie war allerdings nicht stark genug um direkte Minentreffer zu überstehen, was der Untergang des Bootes beweißt. Angetrieben wurde das Boot durch zwei MWM 4 Takt Diesel vom Typ S 143 Su.
Diese Maschinen hatten je 6 Zylinder, 249 ltr. Gesamthubraum und wurden durch je einen Kompressor aufgeladen, so daß sie eine Leistung von ca. 1550 PS entwickelten.
Mit diesen Motoren konnte das Boot bei einer Geschwindigkeit von 15 kn und einem Kraftstoffvorrat von 27,5 t sowie einem durchschnittlichen Verbrach von ca. 400 l pro Stunde eine Fahrstrecke von knapp 1000 nm laufen. Die Höchstfahrt, die erreicht werden konnte, lag bei 22, 5 kn. Das Boot war 39,35 m lang, 5,72 m breit und hatte einen Konstruktionstiefgang von 1,61 m. Bewaffnet war es mit einem 3,7cm Flakgeschütz. Je nach Ausführung konnte dieser Bootstyp noch weitere 3 - 6 2cm Flakgeschütze tragen.

Das Wrack heute

Das Wrack liegt, mit ca. 3,2 nm Abstand von der Küste, etwas nördlich des heutigen Sperrgebietes Schönhagen, auf ca. 20 m Wassertiefe. Das Wrack ist in der letzten Zeit sehr zerfallen. Das liegt zum einen daran, daß große Tauchkutter an dem Wrack festmachen und nicht immer die stabilsten Punkte für die Festmacherleine nehmen, so daß immer mehr Teile aus Wrack herausgerissen werden. Das Wrack ragt an vielen Stellen nicht mehr als 2 m aus dem Grund heraus.
Das Heck stand vor einiger Zeit noch aufrecht, heute ist es komplett zusamengebrochen.
Der Bug fehlt vollständig, was auf Grund der Kollision mit einer Mine nicht ganz verwunderlich ist.
Im Mittelteil, dort wo sich der Motorenraum befand, liegen viele Maschinenteile umher. Einzelne Spanten zeigen an, wo sich die Bordwand befunden haben muß. Von den Aufbauten ist leider nicht mehr viel vorhanden.
Der Bewuchs an diesem Wrack hat in der letzten Zeit wieder zugenommen. Es haben sich wieder viele Seenelken, Miesmuscheln und Seesterne am Wrack niedergelassen.


Achtung

R 222 ist ein Wrack aus dem letzem Weltkrieg. Da man sich zu dieser Zeit schon nicht mehr nur mit Steinen beworfen hat, ist mit Munition oder Teilen davon, die trotz der langen Zeit unter Wasser, oder gerade deshalb, ziemlich unberechenbar und daher sehr gefährlich sind, zurechnen.

Also Vorsicht bei dem was man anfaßt!